Der Förderverein Eumig Museum Guntramsdorf erarbeitet die Geschichte der Firma Eumig durch Befragung von Zeitzeugen, Zuhilfenahme der ehemaligen Werkszeitung der "Eumig - Lupen", sowie zahlreicher noch vorhandenen, Unterlagen. Geschichtliche und produktbezogene Eckdaten wurden auch dem Buch "Der Fall Eumig" von Gerhard Friedrich / Orac - Verlag, erschienen 1978, entnommen.

Die Fotos stammen aus Privatbesitz und den Eumig - Lupen.
Soweit möglich bemühen wir uns die jeweiligen Fotografen der alten Fotos anzuführen. u.a.: Foto Malek, Foto Linnert, Foto Hrebicek, Ilse Tschunko, Foto Simonis, Walter Kühnelt.
heutige Fotos: Josef Hrebicek, Uschi & Gus Seemann

Hier ein kurzer Geschichtsüberblick lt. Originalunterlagen aus dem Jahr 1978:

Eumig ist ein österreichisches Privatunternehmen mit der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft, deren Anteile sich in den Händen der Gründerfamilien befinden. Geschäftsführende Gesellschafter sind Ing. Karl Vockenhuber (seit 1951) und DDr. Raimund Hauser (seit 1962).

Eumig ist der Welt größter Hersteller von Tonprojektoren und hat als Erzeuger von Schmalfilmgeräten eine führende Position am Weltmarkt inne.
Zum Produktionsprogramm zählen neben Filmkameras und - projektoren noch HiFi-Cassettengeräte, Videokameras und Lasergeräte. 1977 wurden insgesamt rund 700.000 Geräte erzeugt.

Eumig ist mit mehr als 6.000 Mitarbeitern, davon etwa zwei Drittel Frauen, eines der größten privaten Industrieunternehmen und einer der zehn führenden Arbeitgeber Österreichs.

Eumig exportiert rund 92 Prozent seiner Produktion in mehr als 130 Länder. Vertretungen und Vertriebsgesellschaften verbreiten die Produkte in der ganzen Welt, unterstützt durch ein bewährtes Kundendienst-Netz. Ein hoher Forschungs- und Entwicklungsaufwand, rund 8 Prozent des Umsatzes, sichert die internationale Konkurrenzfähigkeit durch wesentliche Innovationen.

Eumig hat von 1931 bis Anfang 1978 insgesamt rund 6,5 Millionen Schmalfilmgeräte, darunter mehr als 1,5 Millionen Tonfilmprojektoren, sowie 1924 bis 1962 mehr als 3 Millionen Rundfunkgeräte erzeugt.

Aus der Geschichte des Unternehmens:

 1919:

 

  Gründung der "Elektrizitäts- und Metallwaren-Industrie Gesellschaft" (EUMIG) durch Alois
Handler
und Karl Vockenhuber sen. In den ersten Jahren Fertigung von Feuerzeugen aus
Patronenhülsen, sowie Produktion von verschiedenem Elektromaterial wie
Sicherungselementen, Hebelschaltern etc.
1924:   Beginn der Entwicklung von Rundfunkgeräten (Produktion bis 1962)
1931:   Erster Eumig - Filmprojektor ("eumig P1")
1932:   Erste Eumig - Filmkamera ("eumig C1")
1936:   Inbetriebnahme des Werkes Wien- Buchengasse, bis 1974 "eumig - Stammsitz"
1937:

  Markteinbringung der erfolgreichen Filmkamera "eumig C3" (bis 1959 in verschiedenen
Versionen erzeugt)
1945:   Teilverlagerung der Produktion nach Micheldorf (Oberösterreich)
1945:

  Einführung betriebseigener Zusatzausbildung für Lehrlinge und eines Stipendiensystems
für Begabte.
1949:   Aufnahme der Kunststoff-Fertigung (Werk Micheldorf)
1950:   Beginn der Optik-Fertigung (Werk Wien)
1950:   Erzeugung des Fotoapparates "Eumigetta"
1953:   Einführung eigener werksärztlicher Betreuung der Mitarbeiter
1956:   Einführung der 40-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich
1958:

  Inbetriebnahme der Werke Kirchdorf (als Nachfolgewerk des provisorischen Betriebes in
Micheldorf) und Wiener Neudorf
1965:   Inbetriebnahme des Werkes Fürstenfeld
1974:

  Das Eumig - Haus in Wiener Neudorf wird Sitz der Unternehmensleitung, im gleichen Jahr
Inbetriebnahme des Werkes Bad Deutsch Altenburg
1974:   Übernahme aller Arbeiter ins Angestelltenverhältnis
1976:   Der millionste Eumig - Tonfilmprojektor wird hergestellt
1977:   Das sechsmillionste Eumig - Schmalfilmgerät wird erzeugt

hier endet die damalige Aufstellung.
Ergänzung:


1977:   Eröffnung des Werkes Fohnsdorf
1978:   Der Mitarbeiterstand bei eumig steigt auf 7.000 Angestellte
1978:   Nach dem Stopp der Polaroid-Aufträge: Kündigung von 1.000 Mirarbeitern
1979:   Umwandlung der Kommanditgesellschaft in eine GmbH
1979:

  Die Länderbank stellt zwei zusätzliche Geschäftsführer ein (Dkfm Dr. Stefan Benczak und
Dkfm. Lothar Markowitsch)
1980:   Schließung des Werkes Bad Deutsch Altenburg
1980:


  Die beiden Eigentümer und Geschäftsführer Ing. Karl Vockenhuber und DDr. Raimund
Hauser
scheiden aus dem Unternehmen aus, ihre Anteile werden von der Länderbank
übernommen
1980:   Der Geschäftsführer Dkfm. Lothar Markowitsch wird durch Dipl.Ing. karl Nähr ersetzt
1981:

  Eumig beschäftigt 3.200 Mitarbeiter. Bis Mitte 1982 ist ein Mitarbeiterabbau von 1.500
Personen vorgesehen
1981:   Bolex schließt die Studienabteilung in Yverdon
1981:

  18.08.1981: Konkursantrag, Auffanggesellschaften für die Werke Wiener Neudorf und Kirchdorf,
Fohnsorf, das Werk Fürstenfeld wurde geschlossen
15.09.1981: Schlüsselübergabe an den Masseverwalter Dr. Loebenstein.
1982:


  Das Eumig Haus in Wiener Neudorf wird an die Österreichische Firma Palmers AG
verkauft, die ÖIAG (Verstaatlichten Holding, heute: Österreichische Industrie Holding)
übernimmt das Werk Fohnsdorf.
Der Firmennname Eumig wird an die Luxemburgische Holding "Interbasic" verkauft.
1985:   18.10.1985 Ende des Konkursverfahrens
1986:   Am 13.02.1986 wurde der Name eumig aus dem Handelsregister gelöscht.